Mit „Heinz“ & „Hilde“ ❤️
🌿 Einleitung
In den letzten Tagen habe ich zwei verschiedene Sauerteigbrote gebacken – mit dem Ziel herauszufinden, wie sich unterschiedliche Führungen auf Geschmack, Verträglichkeit und Ofentrieb auswirken.
Ich habe dabei mit zwei verschiedenen Anstellguten gearbeitet:
- „Heinz“ – mein älteres, aktives Anstellgut (geschenkt und ursprünglich aus Roggenmehl und von mir auf Urdinkel-Vollkornmehl umgezüchtet)
- „Hilde“ – mein selbstgezogenes Anstellgut aus Urdinkel-Vollkornmehl
👉 Beide Brote sind wunderbar gelungen – und jedes auf seine eigene Art besonders ❤️
🌿 🍞 Variante 1 – Mit „Heinz“ (Stückgare über Nacht)
🟢 Vorteig
- 70 g Anstellgut Heinz (Rest nach Auffrischung)
- 85 g Dinkelmehl (Typ 700)
- 85 g Wasser
👉 einige Stunden bei Raumtemperatur (ca 24-26 Grad) gehen lassen – er sollte sich nach oben wölben und gute Blubberbläschen aufzeigen (bei mir bereits nach 5 Stunden)
🟢 Hauptteig
- Vorteig
- 415 g Dinkelmehl (Typ 700)
- ca. 200-210 g handwarmes Wasser (eher mit weniger starten)
- 14 g Salz
- 1 EL Reissirup (fructosearm)
🟢 Zubereitung
- Alles 5–8 Minuten langsam mischen (nicht zu lange bei Dinkelmehl da es sonst das Klebegerüst verlieren kann)
- 2–3 Stunden Stockgare (immer den Teig beobachtenden)
- in den ersten 1,5 Stunden alle 30 Minuten dehnen & falten (gesamthaft 3x um den Teig stabiler zu machen)
- Teig formen
- In Gärkörbchen (Schluss oben)
🟢 Stückgare
👉 12–18 Stunden im Kühlschrank
🟢 Backen
- Ofen + Gusseisentopf auf 250°C vorheizen (45–60 min)
- Teig direkt aus dem Kühlschrank auf ein Stück Backpapier vorsichtig stürzen und den Teig einschneiden
Backzeiten:
- 20 Min. mit Deckel (250°C)
- 20–25 Min. ohne Deckel (ca. 210–220°C)
🌿 🍞 Variante 2 – Mit „Hilde“ (lange Stockgare)
🟢 Vorteig
👉 identisch wie oben
🟢 Quellstück
- 50 g Sonnenblumenkerne
- 50 g kochendes Wasser
👉 einige Stunden quellen lassen
🟢 Hauptteig
- Vorteig
- 415 g Dinkelmehl (Typ 700)
- 210 g Wasser
- 12 g Salz
- Quellstück (abgetropft)
- 1 TL Reissirup
🟢 Zubereitung
- Alles (ausser Sonnenblumenkerne) ca. 5–7 Minuten mischen
- Dann Sonnenblumenkerne kurz unterheben
- 2x alle 30 Minuten dehnen & falten
- Formen und in die Kastenform legen (ggf. mit Backpapier)
🟢 Stockgare
👉 ca. 3-5 Stunde bei Raumtemperatur (Teig beobachten)
🟢 Backen
- Backofen mit kleinem Gefäss auf 250 Grad vorheizen
- bei 230°C mit Dampf (ca. 100 ml kochendes Wasser in das kleine Gefäss füllen) 15 Minuten backen
- danach auf 200 Grad reduzieren, Dampf ablassen und Gefäss mit Wasser entfernen
- ca. 50–60 Minuten (je nach gewünschter Bräune)
Tipp: die letzten 15 Minuten das Brot aus der Kastenform entfernen und frei fertigbacken.
🌿 ❤️ Meine Erkenntnisse
Beide Brote sind sehr gut gelungen – geschmacklich fein und gut verträglich.
Was für mich besonders wichtig war:
👉 Die richtige Gare zu erkennen
Früher hatte ich oft Übergare – vor allem bei langer Stückgare über Nacht.
Dieses Mal habe ich:
✔ den Teig besser beobachtet
✔ mich dem Teig angepasst
✔ nicht stur nach Zeit gearbeitet
👉 und genau das hat den Unterschied gemacht.
🌿 💕 Fazit
❤️ Beide Varianten funktionieren wunderbar
- Heinz (Stückgare) → mehr Aroma, klassisches Sauerteigbrot
- Hilde (Stockgare) → etwas milder, sehr saftig
👉 Am Ende zählt:
Den Teig verstehen lernen – nicht nur das Rezept.
❤️Sauerteig ist für mich mehr als Backen – es ist ein Prozess aus Geduld, Vertrauen und immer wieder neuem Lernen.
🌿 📦 Infokasten 1
🍞 Dinkel verstehen – kurz erklärt
❤️ Dinkelteig braucht vor allem eines: Aufmerksamkeit statt Kontrolle
- lieber schonend kneten als zu lange
- Stabilität entsteht durch Dehnen & Falten
- nicht nach Zeit gehen, sondern den Teig beobachten
- die richtige Gare ist entscheidend für den Ofentrieb
→ Der Teig zeigt dir, wann er bereit ist.
🌿 📦 Infokasten 2
🌿 Fingertest – so erkennst du die perfekte Gare
Leicht bemehlten Finger ca. 1 cm in den Teig drücken:
✔ Delle kommt langsam zur Hälfte zurück
→ perfekt zum Backen
❌ Delle bleibt stehen
→ Übergare
❌ Delle springt sofort zurück
→ Teig braucht noch Zeit
❤️ Im Zweifel: lieber noch etwas beobachten
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👉🌿 Mein Sauerteig-Anstellgut aus Urdinkel – Vollkornmehl
